Auf Safari durch Berner Clubs

Wollten Sie schon immer wissen, wo sich ihre Kinder am Wochenende rumtreiben, wie die Notschlafstelle im Dead End aussieht, was ein DJ eigentlich genau macht, warum Techno-Musik so laut sein muss oder ganz einfach mal hinter Club-Kulissen schauen? Dann bietet sich am Samstag 30. April beste Gelegenheit dazu.

Ich lade Sie recht herzlich ein, mit mir auf Club-Safari zu kommen, werte Damen und Herren. Gestartet wird um 16 Uhr im Bonsoir, dann Halt gemacht im Rondel, ISC, Bierhübeli, Dead End und dem Dachstock, abgeschlossen wird die Safari mit einem Rundgang durch die Reitschule. Vor Ort werden Mitarbeiter_innen des jeweiligen Kulturbetriebes kurz ihren Club vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen, Frau Feuz bringt Sie sicher von Ort zu Ort und  steuert unterwegs zusätzliche Informationen zur Berner Clublandschaft bei.

Die Safari dauert etwa zwei Stunden, ist gratis und richtet sich explizit auch an ältere Semester und Menschen, die nicht mit der Clubkultur vertraut sind. Nehmen Sie doch diese Gelegenheit wahr, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Fragen zu stellen. Ich freu mich auf Sie!

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Am Samstag 30.4. stehen Berns Club-Türen sperrangelweit offen

Treffpunkt: Samstag 30. April, Bonsoir, Aarbergergasse 33/35, 16 Uhr . Die Club-Safari findet im Rahmen des Tages der offenen Clubtür statt. Das ganze Programm mit Podiumsdiskussionen, Drink-Mixing-Crash-Kurs oder Rave-It-Safe-Informationsveranstaltung finden Sie hier.

Bizarres Musikgenre 24: Gospel Porn

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Gospel Porn.

Sie wollten ihre Anliegen der Zuhörerschaft so brutal, grob und direkt wie möglich um die Ohren hauen, sagt Hip-Hop-Künstler M3NSA im Interview. Er ist Teil des Rap-Duos Fokn Bois, zwei Sprechgesangs-Anarchos, die in ihrer Heimat Ghana ebenso umstritten sind wie die korrupte Regierung. So handeln die einen die Fokn Bois als regierungskritische Helden, für die anderen sind die Zwei gotteslästernde Staatsverräter.
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Bizarres Musikgenre 23: Attonal Kitten Music

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: atonal kitten music.

Atonale Musik und Katzenvideos kommen ja aus zwei unterschiedlichen Universen. Letzteres ist komplett bescheuert, ersteres je nach Sichtweise auch, oder aber das Resultat einer der wichtigsten Paradigmenwechsel in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Atonale Musik ist nicht auf einen Grundton fixiert, sondern basiert auf der chromatischen Tonleiter, was aus der Sicht der Befürworter für Komplexität spricht, aus der Sicht der Gegner als Beliebigkeit eingeschätzt wird und gerne auch mal ketzerisch als Katzenmusik betitelt wird. Und da kommt Cory Arcangel ins Spiel.
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Horror-Kammerspiel

Frau Feuz ist ja eine grosse Liebhaberin von Horrorfilmen, auch wenn sie für deren Visionierung normalerweise das heimische TV-Gerät der grossen Kinoleinwand vorzieht, weil jederzeit die Stopp-Taste gedrückt und unters Sofa geschaut werden kann, ob denn da nicht doch eine Mörderpuppe, ein Nazi-Zombie, ein blutrünstiger Vampir oder ein psychopathischer Serienkiller lauert. Wenn das Kino der Reitschule aber mit einem absoluten Horror-Klassiker aufwartet, dann verlässt selbst Frau Feuz die sicheren vier Wände. Bewaffnet mit Flinte, Machete und Kruzifix versteht sich. Man weiss ja nie.

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Gestern stand George Romeros «Night of the Living Dead» auf dem Programm, der hochoffiziell im National Film Registry als erhaltenswertes Kulturerbe eingetragen ist und auch in die Filmsammlung des Museums of Modern Art aufgenommen wurde. Der Independent-Streifen aus dem Jahre 1968 hat das ganze Zombie-Genre massgebend geprägt, werden doch die Untoten hier erstmals nicht durch Voodoo-Zauber erweckt, sondern geistern aus eigener Motivation durch die Welt. «Night of the Living Dead» wurde mit einem Budget von gerade mal 114’000 US-Dollar gedreht und wahrscheinlich deswegen lässt Romero den Hauptteil seiner Geschichte in einem geschlossenen Raum spielen und legt seinen Film wie ein Kammerspiel an, in welchem die Psychologie der Figuren im Vordergrund steht.

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«Das war jetzt richtig geil»

Fremdenfeinde mit falschen Schnäuzen und Migranten als Paketpost: die Komödie «Ich mechte putzen» im Progr.

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Links ein Wohnzimmer voll mit Mitgliedern einer rechtsextremen schweizerischen Jugendpartei, die sich mit aufgeklebten Schnäuzen als «Asylanten» verkleidet haben, um durch perfide Untergrundaktionen das Image von Ausländern zusätzlich zu schädigen. Rechts eine Stube in Bosnien, in der junge Arbeitslose von der reichen Schweiz träumen, wo alle Lederjacken tragen sollen und jeder ausnehmend freundlich sei. Im Stück «Ich mechte putzen» lässt die Jugendtheatergruppe Projekt 210 Welten aufeinanderprallen, die unterschiedlicher nicht sein könnten; als Bindeglied fungiert dabei bühnenmittig eine grosse Kartonkiste, durch welche die bosnischen Landsmänner und -frauen nach und nach in die nur vordergründig heile Welt von Cervelat und weissen Schäfchen eindringen.
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Newsletter am arschlekkeri

Herzlich willkommen, werte Leserschaft, im feuzschen Sprachlabor. Heute im Programm: Finnisch.

flag«Das Finnische unterscheidet sich als finno-ugrische Sprache erheblich von den indogermanischen Sprachen. Zu den Besonderheiten der finnischen Sprache gehören der agglutinierende Sprachbau, die grosse Anzahl an Kasus (15), eine komplexe Morphophonologie, das Fehlen des grammatikalischen Geschlechts und ein konsonanteramrmer Lautbestand.» (nach Wikidoof)

Sie verstehen nur Bahnhof? Ich übersetze: Finnisch ist uhurentamischwierig und wurde in erster Linie erfunden, um Touristen zu beschimpfen. Beziehungsweise die ganze Welt. Abzüglich der rund 5 Millionen Muttersprachlern, versteht sich.

Tresennachbar Bjarki widersprach allerdings in einer dieser fantastisch langen finnischen Winternächte, in denen es absolut legitim ist, sich im schönen Helsinki in irgendeiner heruntergekommenen Bar bereits ab 15 Uhr mit dem Nationalgetränk zu beschäftigen. «So schwierig ist Finnisch nicht», erklärte er, «immerhin wird alles so ausgesprochen, wie es geschrieben wird. Und vor jedem Doppelbuchstaben macht man einfach eine kurze Pause.» Bjarki war begeistert. Aber der ist ja auch Isländer.
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