Hüter des schlechten Geschmacks

Seit 10 Jahren treiben die Tequila Boys ihr musikalisches Unwesen. Am Freitag lud die alkoholaffine Männer-Riege zur grossen Geburtstagssause im Dachstock.

Die Tequila Boys feiern ihr 10 Jahre Jubilaeum im Dachstock. Ein Shot bevor es auf die Buehne geht ©Franziska Rothenbuehler

Saufen gehört zum Tequila-Boys-Programm, da muss auch Gastsänger Dominik Gysin durch. Bild: Franziska Rothenbuehler

Freitagnacht, Dachstock Reitschule, Hochburg der alternativen Musikkultur. Das Publikum schunkelt zu «Tulpen aus Amsterdam», ein nicht mehr ganz standfestes, überaus tollkühnes Pärchen übt die Hebefigur aus «Dirty Dancing», und ein gestandener Rocker in Lederhosen reckt zum Eurodance-Verbrechen «I Like to Move it» die Fäuste in die Luft. Die Musikauswahl erinnert an eine Jukebox irgendwo in einem ländlichen Pub, die Song-Lieferanten sind allerdings aus Fleisch und Blut, wobei sich der Blut-Anteil in deren Venen- und Adernsystemen im Verlauf des Abends dramatisch verringert und mehr und mehr durch Feuerwasser ersetzt wird. Willkommen in der Welt der Tequila Boys, Hüter des schlechten Geschmacks seit nunmehr 10 Jahren.

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42 Nationen in vier Wohnblöcken

Ein Dorf ist ein Mini-Kosmos sondergleichen, in dem unterschiedlichste Menschen mit den verschiedensten Geschichten, Lebensauffassungen und Anliegen aufeinandertreffen. Im Burgdorfer Quartier Gyrischachen trifft die ganze Welt in gerade mal vier Wohnblöcken aufeinander. 2’500 Menschen aus 42 Nationen wohnen in den Betonklötzen, die etwas abgelegen und durch die Emme von Burgdorf City abgetrennt nur über zwei Zufahrtsstrassen zu erreichen sind. Die einen bezeichnen den Gyrischachen als Paradies, für die anderen ist es ein Ghetto. Die Filmemacherin Sonja Mühlemann hat diese Wohnblock-Welt nun in ihrem Dokumentarfilm «Gyrischachen – von Sünden, Sofas und Cervelats» porträtiert, wofür sie etwa 12 Personen während drei Jahren immer wieder mit der Kamera besucht hat.

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Auawirleben oder FEAR LESS LOVE

Während einenhalb Wochen werden im Rahmen der 34. Ausgabe des Theaterfestivals Auawirleben über 10 Stücke gezeigt, und zwar an vier Spielorten. Leiterin Nicolette Kretz erklärt im KultuRadar, wie das diesjährige Motto FEAR LESS LOVE zu verstehen ist, wie die Auswahl der Stücke erfolgt und pickt für uns ein paar Highlights der diesjährigen Ausgabe heraus.

Mord und Totschlag im 1. UG

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Das Frankenstein-Rennen machte Christian Calame

Um den Frankenstein habe es ein kurzes Gerangel gegeben, aber ansonsten seien sie gut nebeneinander durchgekommen. Gegenseitig abgemurkst haben sich die Grafikerinnen und Illustratoren jedenfalls nicht, welche zur Zeit im Keller des Stauffachers ihre Werke präsentieren, obwohl das ja ganz prima zum Ausstellungsthema gepasst hätte. Seit gestern gibt es im 1. UG der Buchhandlung nämlich Poster zum Thema «Mord und Totschlag» zu sehen, beziehungsweise die Resultate gestalterischer Auseinandersetzungen mit einem literarisch einschlägigen Werk. Vorgegeben hatte das blutrünstige Thema der Stauffacher selber, der mit der vierten Ausstellung dieser Art seinem unwohnlichen Kellerraum Leben einzuhauchen trachtet.

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Bea, Lea und die Frauenquote

Werte KSB-Leserschaft, Frau Feuz war zum ersten Mal in ihrem Leben an der BEA. Welch wundersam neues Universum hat sich mir da aufgetan! Grüne Zuckerwatte und Bratwurst zum Frühstück – fantastisch! Aber sagen Sie mal: Wer kauft all die Whirlpools? Neigt die Dame neben dem Plakat «Der Kuh ganz nahe» zu Ironie? Und wozu genau ist diese Armada an Fahrzeug-Geräte-Dingern, die aussehen wie eine Mischung aus Ratrac, Rasenmäher, Panzer und überdimenesionalem Lego-Spielzeug? Was kann so ein Teil? Gleichzeitig ein Biotop ausheben, Gartenzwerge sprengen, die Einfahrt schnutzen, Hühner rupfen, den Nachbaren plattmachen, auf Schafe aufpassen und Bäume fällen?!

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