Matto Kämpf mags absurd

Der Berner Schriftsteller Matto Kämpf mag es absurd und skurril. Das zeigt sich auch in seinem fünften Buch «Heute Ruhetag», einer Sammlung aus Reportagen, Spoken-Word-Texten, Zeichnungen und Kolumnen aus den letzten fünf Jahren. Für RaBe hat Kämpf exklusiv eines seiner abstrusen Familenporträts eingelesen und dabei auch erklärt, warum die Zorros (Patrick Abt, Beat-Man, Guz) eine Chaschperli-Puppen-Band sind.

KultuRadar #16

Der Berner Schriftsteller Matto Kämpf mag es absurd und skurril. Das zeigt sich auch in seinem fünften Buch «Heute Ruhetag». Joe Volk ist stolzer Vater von drei Kindern: Zwillinge aus Fleisch und Blut und ein wunderbare melancholisches Folk-Album haben das Licht der Welt erblickt, seit Volk von Bristol nach Bern umgezogen ist. Bei RaBe spricht er über den langen Entstehungsprozess seines zweiten Solo-Albums «Happenings & Killings». Und: Der blinde amerikanischen Pianisten Marcus Roberts ist anlässlich des 41. Internationalen Jazzfestivals in Bern zu Gast und spricht im KultuRadar über Jazz, Improvisation und die Wahlen in den USA.

Auf Safari durch Berner Clubs

Wollten Sie schon immer wissen, wo sich ihre Kinder am Wochenende rumtreiben, wie die Notschlafstelle im Dead End aussieht, was ein DJ eigentlich genau macht, warum Techno-Musik so laut sein muss oder ganz einfach mal hinter Club-Kulissen schauen? Dann bietet sich am Samstag 30. April beste Gelegenheit dazu.

Ich lade Sie recht herzlich ein, mit mir auf Club-Safari zu kommen, werte Damen und Herren. Gestartet wird um 16 Uhr im Bonsoir, dann Halt gemacht im Rondel, ISC, Bierhübeli, Dead End und dem Dachstock, abgeschlossen wird die Safari mit einem Rundgang durch die Reitschule. Vor Ort werden Mitarbeiter_innen des jeweiligen Kulturbetriebes kurz ihren Club vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen, Frau Feuz bringt Sie sicher von Ort zu Ort und  steuert unterwegs zusätzliche Informationen zur Berner Clublandschaft bei.

Die Safari dauert etwa zwei Stunden, ist gratis und richtet sich explizit auch an ältere Semester und Menschen, die nicht mit der Clubkultur vertraut sind. Nehmen Sie doch diese Gelegenheit wahr, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Fragen zu stellen. Ich freu mich auf Sie!

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Am Samstag 30.4. stehen Berns Club-Türen sperrangelweit offen

Treffpunkt: Samstag 30. April, Bonsoir, Aarbergergasse 33/35, 16 Uhr . Die Club-Safari findet im Rahmen des Tages der offenen Clubtür statt. Das ganze Programm mit Podiumsdiskussionen, Drink-Mixing-Crash-Kurs oder Rave-It-Safe-Informationsveranstaltung finden Sie hier.

Bizarres Musikgenre 24: Gospel Porn

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Gospel Porn.

Sie wollten ihre Anliegen der Zuhörerschaft so brutal, grob und direkt wie möglich um die Ohren hauen, sagt Hip-Hop-Künstler M3NSA im Interview. Er ist Teil des Rap-Duos Fokn Bois, zwei Sprechgesangs-Anarchos, die in ihrer Heimat Ghana ebenso umstritten sind wie die korrupte Regierung. So handeln die einen die Fokn Bois als regierungskritische Helden, für die anderen sind die Zwei gotteslästernde Staatsverräter.
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Bizarres Musikgenre 23: Attonal Kitten Music

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: atonal kitten music.

Atonale Musik und Katzenvideos kommen ja aus zwei unterschiedlichen Universen. Letzteres ist komplett bescheuert, ersteres je nach Sichtweise auch, oder aber das Resultat einer der wichtigsten Paradigmenwechsel in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Atonale Musik ist nicht auf einen Grundton fixiert, sondern basiert auf der chromatischen Tonleiter, was aus der Sicht der Befürworter für Komplexität spricht, aus der Sicht der Gegner als Beliebigkeit eingeschätzt wird und gerne auch mal ketzerisch als Katzenmusik betitelt wird. Und da kommt Cory Arcangel ins Spiel.
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Horror-Kammerspiel

Frau Feuz ist ja eine grosse Liebhaberin von Horrorfilmen, auch wenn sie für deren Visionierung normalerweise das heimische TV-Gerät der grossen Kinoleinwand vorzieht, weil jederzeit die Stopp-Taste gedrückt und unters Sofa geschaut werden kann, ob denn da nicht doch eine Mörderpuppe, ein Nazi-Zombie, ein blutrünstiger Vampir oder ein psychopathischer Serienkiller lauert. Wenn das Kino der Reitschule aber mit einem absoluten Horror-Klassiker aufwartet, dann verlässt selbst Frau Feuz die sicheren vier Wände. Bewaffnet mit Flinte, Machete und Kruzifix versteht sich. Man weiss ja nie.

Bildschirmfoto 2016-04-08 um 14.30.00

Gestern stand George Romeros «Night of the Living Dead» auf dem Programm, der hochoffiziell im National Film Registry als erhaltenswertes Kulturerbe eingetragen ist und auch in die Filmsammlung des Museums of Modern Art aufgenommen wurde. Der Independent-Streifen aus dem Jahre 1968 hat das ganze Zombie-Genre massgebend geprägt, werden doch die Untoten hier erstmals nicht durch Voodoo-Zauber erweckt, sondern geistern aus eigener Motivation durch die Welt. «Night of the Living Dead» wurde mit einem Budget von gerade mal 114’000 US-Dollar gedreht und wahrscheinlich deswegen lässt Romero den Hauptteil seiner Geschichte in einem geschlossenen Raum spielen und legt seinen Film wie ein Kammerspiel an, in welchem die Psychologie der Figuren im Vordergrund steht.

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