Wenn Paul McCartney im Kopf schreit

Bildschirmfoto 2016-08-21 um 13.30.53Die Schweizer Autorin Linda Solanki legt mit «Verdammter Paul» einen Roman vor, der Themen wie Wirklichkeitsverlust und Obdachlosigkeit temporeich verhandelt.

Das Phänomen ist bekannt. Irgendwo gabelt man einen Song auf, der sich dann tagelang in den Hirnwindungen herumtreibt. Genau das passiert auch Sebastian, dem Protagonisten in «Verdammter Paul», dem zweiten Roman der Züricher Journalistin und Kolumnistin Linda Solanki. «Hey Jude, don’t make it bad», schreit Paul McCartney in Sebastians Kopf, wobei sich der Beatles-Sänger, eben der verdammte Paul, in allen möglichen und unmöglichen Momenten zu Wort meldet, sodass die Liedzeile Sebastian nicht nur den Schlaf raubt und den Appetit verdirbt, sondern auch soziale Interaktionen verunmöglicht.

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Bestechend simpel: Zirkus Chnopf

Der Zirkus Chnopf gastiert auf der Warmbächli-Brache und zeigt mit «du da da ich» ein unterhaltsames und mit absurder Komik gespicktes Stück Nouveau Cirque.

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Während auf der Allmend im majestätischen Zelt des Zirkus Knie 45 Artisten aus sieben Nationen ihre Künste vorführen, teilen sich beim Zirkus Chnopf auf dem Berner Warmbächliareal 11 Ensemble-Mitglieder eine Freiluftbühne. Rund 20 bunte Zirkuswagen stehen noch bis Sonntag auf der Brache. An Wäscheständern hängen Unterhosen, einige Kinder aus dem Quartier erkunden neugierig die ungewohnten Behausungen. Die Wagenburg des Zirkus Chnopf fügt sich mit ihrem alternativen Künstlercharme bestens in das urbane Abriss-Ambiente der Warmbächlichbrache ein.

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KultuRadar #25

In der 25. Ausgabe des KultuRadar gibt Mich Meienberg, einer der Label-Papas von Everest Records, Auskunft über Les Digitals, das Festival für elektronische und experimentelle Musik im Botanischen Garten. Nadja Radi steht derweilen mit der Bohrmaschine in der Hand im Einsatz beim multidisziplinären UNA-Festival und Mirko Schwab mag nicht über die herrschende Situation im Musikzirkus jammern, sondern gründet lieber selber ein Label: Blaublau Records. Mit brandneuem Material des Future-Pop-Duos True und der Psychedelic-Post-Punk-Truppe I MADE YOU A TAPE.

Black Power Tarot

In der grossen Halle wird zur Zeit gehämmer, gebohrt, gebaut und gebastelt, was das Zeugs hält. Eigentlich hätte man ja erwartet, noch den einen oder anderen Übriggebliebenen vom grossen Wochenend-Rave des UNA-Festivals anzutreffen. Aber nüt da. Ist offenbar auch nicht mehr wie früher mit diesen Ravern. Sind die jungen Leute heutzutags einfach langweiliger vernünftiger oder die Pillen nicht mehr so stark? Wie auch immer. Jedenfalls werden also Bar-Hütten abgebaut und Holzbrücken aufgebaut, wobei die Arbeit von insgesamt 26 übergrossen Tarot-Figuren kritisch beäugt wird.

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«Black Power Tarot» nennt der König des Oldschool-R’n’B King Khan seine Kreationen. Schon seit Jahrzehnten beschäftigt sich der gebürtige Kanadier mit dem Orakel-System und hat nun die Figuren des Tarot de Marseille auf Black Power getrimmt.
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Die «Montagshunde» sind da!

Meine «Montagshunde» sind da – FREUDE! Für lumpige 18 Stutz kann das schmucke Foto-Büchlein ab sofort hier bestellt werden, oder aber man schreibe mir eine E-Mail.

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«Montagshunde» enthält 26 Fotos mit Texten, Liedern und Gedichten von Lisa Catena, Michael Fehr, Frau Feuz, Ariane von Graffenried, Stefanie Grob, Rolf Hermann, Olivier Joliat, Matto Kämpf, Sandra Künzi, Pedro Lenz, Gerhard Meister, Grazia Pergoletti, Roland Reichen, Bubi Rufener, Christoph Simon, Michael Stauffer, Raphael Urweider und Suzanne Zahnd

Es geht was im Quartier

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los. Normalerweise steppt in Holligen ja nicht exakt der Bär. Gestern allerdings wummerte ein Bass durchs Quartier, der sich gewaschen hatte und die Vöglein einigermassen konsterniert in den Baumwipfeln verstummen liess. Das Tanzkarussell Ber(li)n hatte zum elektronischen Open Air «Sommerliebe» auf der Warmbächli-Brache geladen, ab Mittag liessen Animal Trainer, Kellerkind, Local Hero Biru und viele andere DJs die Plattenteller rotieren und bescherten der vorwiegend jungen Partymeute einen vergnüglichen Nachmittag und Abend (um 22Uhr war Schluss). Der Andrang am Getränkestand war gross, die Stimmung im Tanzkessel vor dem DJ-Zelt ausgelassen, bei «Deluxe Hair» konnte man sich bei Bedarf den Kopf rasieren lassen und ansonsten gab es viel nackte Haut und Blümchenhaarschmuck zu begutachten. Einzig das Versprechen am Crêpes-Stand war ein leeres, jedenfalls wollte sich nach der Variante LSD keine vierte Dimension auftun.

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Die Anwohner_innen seien alle eingeladen worden, erklärte eine vorüberspazierende Dame mit zwei kleinen Kindern an der Hand.
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Parzival im Oberland

Eine Geschichte für alle, für wîp und man, hatte er mit seinem «Parzival» im Sinn, der Minnesänger und lyrische Dichter Wolfram von Eschenbach. Und wie er im Prolog seines 25’000 Verse umfassenden mittelhochdeutschen Versromans festhielt, solle in seinem Epos die richtig grossen Fragen abgehandelt werden: was tump und was wîse ist, was guot und was valsch. Entstanden ist von Eschenbachs «Parzival» zu Beginn des 13. Jahrhunderts, wobei der Stoff seitdem vielfach aufgegriffen, adaptiert und umgesetzt wurde. Sie ist ja aber auch zu verlocken, die Geschichte rund um den tumben Köhnigssohn Parzival, der von seiner Mutter Herzeloyde fernab jeglicher Zivilisation im Wald grossgezogen wird. Als Parzival zufälligerweise auf zwei Ritter trifft, wächst in ihm der Wunsch, ebenfalls dieser Berufsgattung anzugehören und an König Arthus’ Tafelrunde aufgenommen zu werden. Mama Herzeloyde will aber keinesfalls, dass ihr Zögling sich in die grosse weite Welt hinausbegibt und sich in Abenteuer verstrickt, setzt ihm deswegen eine Narrenkappe auf und gibt ihm allerlei unnützen Rat mit auf den Weg in der Hoffnung, der Bub werde so bald einmal zu ihr zurückkehren. Bei der darauffolgenden Reise bis zur sagenumwobenen Gralsburg durchlebt Parzival eine Läuterung vom selbstbezogenen, empathielosen Haudrauf zu einer mitfühlenden Erlösergestalt.

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Auch der gebürtige Thuner Schriftsteller Lukas Bärfuss hat sich dem Parzival-Stoff angenommen und daraus ein Theaterstück geschmiedet, welches 2010 am Schauspielhaus Hannover uraufgeführt wurde. Eine berndeutsche Version (Mundartbearbeitung Melanie Arnold) gibt es seit Mittwoch in Bärfuss’ alter Heimat zu sehen, genauer: im Kultur Garten Schadau.

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Ich bin dann mal weg

es war ein strenges Jahr – Zeitung und Blog hier, Radio da, Schule dort, Band überall. Drum ist Frau Feuz nun ferienüberreif und geht auf grosse Reise. Entsprechend wird es auf diesem Kanal bis Ende Juli still bleiben. Bei dringenden Problemem Gott, Allah, Buddha oder Chuck Norris kontaktieren.

Schöne Summer & herzlichst gegrüsst,
Eure Frau Feuzdetroit

KultuRadar #24

Im letzten KultuRadar vor der Sommerpause spricht das RaBe Kulturmagazin mit Regisseurin Livia Anne Richard über die Theaterproduktion Nashörner (Eugene Ionesco) auf dem Gurten, macht eine Vorschau der etwas anderen Art auf das Anyone Can Play Guitar Festival und besteigt mit Fitzgerald & Rimini den Vulkan Eyjafjallajökull.

Hier geht’s zu den einzelnen Beiträgen:
Regisseurin Livia Anne Richard über «Die Nashörner» auf dem Gurten
Die etwas andere Vorschau auf das Anyone Can Play Guitar Festival